Relikt oder Mittel der Zukunft?

2 min read

Immer mehr Sirenen auf den Gerätehäusern der deutschen Feuerwehren sind seit Ende des Kalten Krieges verschwunden. Es wurde nicht mehr für notwendig empfunden, die Bevölkerung flächendeckend alarmieren zu müssen. So wurden seitdem her, ca. die Hälfte aller Sirenen Bundesweit demontiert. Die restlichen wurden vom Bund durch die Kommunen übernommen.

Sirene auf dem Dach eines Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr.

Doch sind Sirenen als flächendeckendes Warnmittel nun wirklich nicht mehr von Nöten? In den letzten Jahren wurden viele verschiedene System zur Alarmierung der Bevölkerung entwickelt. So Beispielsweise das Modulare Warnsystem (MoWaS) welches über die Warn-App NINA, KATWARN und BIWAPP die Bevölkerung bei einer drohenden Gefahr warnen soll. Aber auch Rundfunk- und Telemediendienste werden über dieses System informiert und können somit die Bevölkerung warnen. Doch sollte der Nutzer mit seinem Smartphone über keine Internetanbindung verfügen, so kann die Warnung nicht an die Warn-App übermittelt werden. 

Inzwischen hat ein Umdenkprozess stattgefunden und die Sirenen erleben ein regelrechtes Comeback. Dennoch haben Bund und Länder nicht einiges zu tun! Beim ersten Warntag am 10. September 2020 um 11 Uhr, sollte ein bundesweiter Probealarm erfolgen. Doch einige Sirenen blieben stumm und Warn-Apps lösten teilweise erst 30 Minuten später aus. Laut Angaben des Bundesinnenministerium war ein technisches Problem grund der verspäteten Alarmierung. Doch wurden an diesem Tag auch deutlich, wie viele Ortschaften über keine aktiven Sirenen mehr verfügen.

Habt ihr noch eine aktive Sirene welche zum Warnen der Bevölkerung aktiv ist? Schreibt es uns gerne mal in die Kommentare.

2 thoughts on “Relikt oder Mittel der Zukunft?

  1. Moin aus Cuxhaven,

    Ja wir verfügen noch über Sirenen und diese werden auch regelmäßig geprüft und gewartet.

    Wir sind direkt an der Küste und nutzen die Sirenen bei extremen Sturmfluten zur Alarmierung von Freiwilligen zur Deichwehr, daher wird die Bevölkerung hier auch regelmäßig mit Infoblättern versorgt die über das System informieren.

    Und an einigen Standorten der Ortswehren werden darüber auch die jeweiligen Kameraden alarmiert, da dort kaum Melder vorhanden sind.

  2. Moin ausm Landkreis Rotenburg/Wümme!

    Auch bei uns spielt die Sirene in den Ortschaften und Dörfern nach wie vor eine zentrale Rolle im Alarmschema. Insbesondere bei größeren Lagen lassen sich so viel mehr Einsatzkräfte alarmieren, denn bei Weitem nicht jeder ist mit einem DME ausgestattet. Und auch die Handyalarmierung klappt leider noch nicht flächendeckend.
    Die politischen und gesellschaftlichen Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit sollten uns aber auch gelehrt haben, daß es durchaus mal nötig werden kann, weite Teile der Bevölkerung zu warnen. Das bedeutet, daß wir wie in den 70er Jahren, wieder unterschiedliche Signale erlernen müssen.
    Der bundesweite Alarmierungstag war in meinen Augen ein Schritt in die richtige Richtung und hat eindrucksvoll gezeigt, daß wir durchaus noch daran arbeiten müssen.

    Beste Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.